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Texte aus den “Apokryphen der Astrologie”, erschienen 2008 bei;
www.astronova.de
Die Geleitworte zu den Apokryphen der Astrologie von Prof. Dr. Bernd Oppermenn gibt es hier:
http://www.aktuell.saehannover.de/html/geleitworte.html
Wissenschaftliche Beschäftigung mit Astrologie. Im universitären Umfeld eher eine Tendenz zum akademischen Selbstmord. Die löblichen Ausnahmen sind eher eine Bestätigung für diesen Befund. Interessante Vergleiche mit dem Vorgehen des Bundesgesundheitsamtes und der Bundesärztekammer gegen homöopathische, naturheilkundliche oder anthroposophische Arzneimittel in den 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts drängen sich auf. Das an dominikanisch-inquisitorische Methoden des 13. und 14. Jhdts. erinnernde Vorgehen im medizinischen Bereich wird im astrologischen Kontext noch viel ungehemmter ausgelebt, weil dort viel weniger Widerstand organisierbar ist. Die reale Machtstruktur in den meisten westlichen Staaten mit ihren tendenziellen Denkverboten verhindert nach wie vor eine seriöse, also wissenschaftstheoretisch saubere, Auseinandersetzung mit dem „Phänomen“ Astrologie.
Gedankt werden muß deshalb an dieser Stelle all denjenigen. die trotz des üblichen akademischen Mobbings die Courage hatten, astrologisch infizierte Wissenschaftsarbeiten lutherisch fertig zu stellen.
Mein persönlicher Dank geht aufgrund persönlicher Bekanntschaft vor allem an Dr. Peter Niehenke, dessen Doktorarbeit „Kritische Astrologie“ dem Schicksal des bewußten Nicht-zur-Kenntnis-Nehmen-Wollens hoffentlich nicht auf Dauer anheimfallen wird. Sein wissenschaftlich sauber herausgearbeitetes Ergebnis, daß Astrologie statistisch nicht beweisbar ist, war wohl den Akteuren um Gunther Sachs nicht des Lesens wert. Die vielen Gespräche mit Peter haben bei mir schon früh, mitten im Berufsleben, den Wunsch wach werden lassen, einen anderen Weg zu finden, um auf wissenschaftlich saubere Weise den eigenen Evidenzerfahrungen, wie sie auch Carl Friedrich von Weizsäcker berichtet, einen akademischen Erklärungshorizont hinzuzufügen.
Für diese Möglichkeit, dies tatsächlich zu tun, geht mein warmherziger Dank an meinen Doktorvater, Prof. Dr. Bernd Oppermann, Ordinarius für Zivil-, Handels- und Gesellschaftsrecht der Universität Hannover.
Eigentlich war meine Lebensplanung mit dem überraschenden Geschenk des einstweiligen Ruhestandes auf Intensivierung meiner astrologischen Kenntnisse und Ausweitung meiner astrologischen Beratungspraxis gerichtet. Da ich aber auf Hinweise, was sein soll, gerne eingehe, nahm ich sein großzügiges Angebot, bei ihm zu promovieren, sehr gerne an. Geistige Offenheit für das Unerforschte und die akademische Neugier, in dieses Unerforschte vorzudringen, kennzeichnen ihn , was heutzutage vielleicht sogar als selten bezeichnet werden darf.
So begann also mit Beginn des „Unruhestandes“ am 01.01.2005 die Herausforderung, eine Doktorarbeit zum Thema „Die astrologische Beratung – eine Herausforderung für das Recht“ gedanklich vorzustrukturieren. Sehr schnell ergab sich, daß die einschlägige Rechtsprechung und Rechtsliteratur wenig zu bieten hatten an epistemologischer Auseinandersetzung mit dem Astrologisch Vorfindlichen. So entstand die Idee, dieses Vorfindliche zu verbinden mit den Studiermöglichkeiten an der Universität Hannover. Die vorzüglichen Bücherbestände der Seminare für Religionswissenschaft, Philosophie, Sozialwissenschaften, Sprachwissenschaften und natürlich Rechtswissenschaften boten und bieten hierfür ausgezeichnete Arbeitsbedingungen.
Der persönliche Kontakt im Religionswissenschaftlichen Seminar zu Prof. Dr. Dr. Peter Antes und Dr. Gustav Adolf Schoener bereicherten dabei meine persönliche Lebensqualität im universitären Umfeld genauso, wie die Begegnungen mit Prof. Dr. Hubert Treiber, einem herausragenden Verwaltungswissenschaftler, und Prof. Dr. Nikolaus Forgo, dessen Wiener Charme im Rechtsmethodischen mir wertvolle Anregungen lieferte. Mit Professor Dr. Herrmann verbinden sich schöne Erinnerungen an die Gründung des FFB. Daß sie alle bereit waren, der Idee der Verbindung des Astrologischen mit dem Wissenschaftstheoretischen durch eigene Texte Unterstützung zu gewähren, war keineswegs selbstverständlich, womöglich sogar mutig. Ein herzliches Dankeschön dafür.
So gewann das Buchprojekt „Astrologische Anthologie“ seit Januar 2005 zunehmend Kontur und nahm an Fahrt auf. Aber in die Welt kommen konnte es erst dadurch, daß sich in der Fachkollegen- und Kolleginnenzunft der Astrologie derart breite Unterstützung fand. Ihre Texte sind natürlich nicht ausreichend, um das Spektrum der Astrologie vollständig abzudecken, aber das habe ich ja nicht einmal im Wirtschaftsministerium erreicht mit den knapp 4.000 Seiten der „Dokumentation der besonderen Therapierichtungen und natürlichen Heilweisen in Europa“, zusammen gestellt vom Zentrum für Naturheilverfahren in Essen(ZDN) und herausgegeben vom Forschungsinstitut Freie Berufe(FFB) unter der damaligen Leitung von Prof. Dr. Heinz Sahner, jetzt Emeritus der Universität Halle.
Der Umfang der Anthologie mag andere motivieren, auf diesem Weg der Dokumentation fortzuschreiten, denn das Publizierte und damit Dokumentierte ist eine wichtige Voraussetzung, um Akademiker darin zu unterstützen, auch in Zukunft Wege zum Erklären des „Astrologischen“ zu finden. Und nun ist es an Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, hoffentlich Freude an der Lektüre dieses Buches zu haben.
Zu „Anthologie“ finden wir im Lexikon: „Eine Anthologie oder Blütenlese (griech., von anthos = Blume, legeïn = lesen, sammeln, sprechen) ist eine Sammlung ausgewählter Texte verschiedener Autoren, oder eine themenbezogene Zusammenstellung aus literarischen, musikalischen oder grafischen Werken. Seit hellenistischer Zeit wurden Gedichtsammlungen gerne als Anthologie bezeichnet. Eine Sonderform der Anthologie ist das Lesebuch.
Der Begriff hat sich im 18. Jahrhundert allgemein für Sammlungen von Lyrik, Aphorismen, Erzählungen etc. durchgesetzt. Zusammenstellungen von Epigrammen gab es aber schon in der Antike. Im Hellenismus wurde "Anthologie" auch ein Titel für Gedichtsammlungen.“
Ich gebe zu, daß die „Astrologische Anthologie“, wie ich sie hier vorlege, dank der vielen verschiedenen mitwirkenden Autoren, diesen Definitionsrahmen vermutlich etwas sprengt.
Die ungegliederte und inhaltlich nicht aufeinander bezogene Struktur der Anthologie ist Absicht. Innerhalb der astrologischen Texte soll die geistige Vielfalt Anregung geben, die nichtastrologischen Texte sind Beispiele akademischen Denkens in Wissenschaftsbereichen, die ich in meiner Doktorarbeit nutzen werde, um zu erkenntnistheoretischen Aussagen zum Wesen der Astrologie (hoffentlich) zu gelangen.
Ein wesentliches Anliegen war, schwer Findbares oder noch gar nicht Veröffentlichtes durch Publikation leicht zitierbar zu machen. Wünschenswert wäre natürlich, das „Astrologische“ so zu erfassen und zu dokumentieren, wie dies in anderen Lebensbereichen schon geschehen ist. Dafür fehlt leider zur Zeit der entsprechende Mäzen oder die Einsicht auf staatlicher Seite, daß die Gesellschaft es verdient, über Astrologie korrekter informiert zu werden als dies dem heutigen Stand der Erkenntnis entspricht.
….Die Struktur der astrologischen Texte ist dadurch entstanden, daß bestimmte Texte früher bei mir eintrafen als andere. Möglicherweise hilft dies
aber, das Buch als Lesebuch zu gebrauchen.
In der künftigen Dissertation wird es notwendig sein, das rechtstatsächliche Geschehen in der Astrologischen Beratungspraxis in Deutschland vor dem Hintergrund der historischen und ontologischen Fragestellungen nachzuzeichnen. Es gehört zum guten juristischen Gebrauch, die Rechtsnormen des Schuldrechts im iterativ hermeneutischen Herangehen mit dem tatsächlichen Leben zu verknüpfen. Es wird sich zeigen, daß naturwissenschaftliche Erklärungsmodelle, wie sie am Beispiel von Percy Seymour’s Theorienbildung vorgestellt werden, genauso zum Scheitern verurteilt sind, jedenfalls für die schuldrechtliche Dogmatik, wie dies bei statistischen Versuchen beispielsweise nach Gauquelin der Fall ist. Die schuldrechtsdogmatische Verortung kann naturgemäß nicht so offen bleiben wie dies beispielsweise von dem Astrophysiker und Friedensforscher Carl Friedrich von Weizsäcker vorgeschlagen wird. Es reicht natürlich auch nicht im Sinne von Einstein, darauf abzustellen, ob eine Erklärungstheorie fruchtbar oder nicht fruchtbar ist. Für die zivilrechtliche Prozeßsituation sind solche Kategorien nicht ausreichend. Die Arbeit wird zeigen, daß es trotzdem möglich ist, mit dem, dem Juristen geläufigen, Handwerkszeug, die vorfindlichen Theorien und Praktiken der Astrologischen Beratung in Deutschland schuldrechtsdogmatisch eindeutig zuzuordnen. Angesichts der internationalen Vernetzung erschien es angebracht, das Vorgehen rechtsvergleichend anzureichern. Ich glaube, daß ich damit einen kleinen Betrag leisten kann, den astrologischen Nebel jedenfalls rechtswissenschaftlich etwas zu lichten.
Volker H. Schendel
Hannover,2008
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